Stefanie Jahn

Schreiben & Gestalten mit Empathie

Liebe Zeilen haltet Abstand

Quelle: pixabay, StockSnap

Im letzten Blogbeitrag habe ich über Weißraum geschrieben. Diesmal möchte ich über Abstand und Absätze schreiben. Diese beiden Faktoren beeinflussen die Leserlichkeit enorm. In der Universität lernt man in den Hausarbeiten auf einen 1,5-zeiligen Abstand zu achten. Das hat auch einen guten Grund: Die abgegebene Arbeit ist so einfacher zu lesen. Auch im Internet ist es ebenso wichtig auf einen Abstand zu achten, der das Lesen einfacher macht. Doch so einfach wie bei Hausarbeiten ist das Einstellen des richtigen Abstandes beim Erstellen z. B. einer Website nicht, denn es gibt nicht den einen richtigen Abstand.

 

Verschiedene Einheiten, verschiedene Ansätze

In einem Schreibprogramm wie Word wird der Abstand in Zeilen angegeben. Beim Erstellen einer Website gibt es verschiedene Möglichkeiten: In einem Pagebuilder wie Elementor hast du zum Beispiel die Wahl zwischen em und px (Pixel). (Laut Elementor ist ein 1em = 14px (1 * 14)) Es gibt auch noch mehr Einheiten wie rem und Prozent. Em, Prozent und rem beziehen sich im Gegensatz zu Pixel auf das umgebende Element, in das sie eingebettet sind (Em und Prozent beziehen sich auf die Parent Elemente und rem auf das root Element, daher das r vor dem em.). Wichtig sind diese verschiedenen Möglichkeiten, wenn man mit Responsive Design arbeiten möchte. Da Pixel immer Pixel bleiben und sie fix sind, eignet sich em oder rem besser für ein Responsive Design. Wichtig ist mir dies jetzt aber nicht, sondern ich möchte über das Bild schreiben, welches wir damit erschaffen und worauf wir dabei achten sollten. Mach dich also nicht mit den verschiedenen Einheiten verrückt.

 

Beachte die Höhe der Kleinbuchstaben

Ungeachtet welchen Weg wir dafür einschlagen: Jede Schrift hat seine eigene Höhe und die sollte beim Wählen des richtigen Zeilenabstandes beachtet werden. Manche Schriftarten fordern mehr Raum als andere. Zum Beispiel gibt es viel Raum fordernde Handschrift-Schriftarten, über diese Schriftarten habe ich auch einen eigenen Blogartikel geschrieben. Die x-Höhe ist die der Kleinbuchstaben wie zum Beispiel x. Sie wird auch Mittellänge genannt. Die Ober-und Unterlänge sind die Längen der Kleinbuchstaben, die nach oben und unten über die Mittellänge hinausreichen, wie bei f oder g.

 

Zu eng oder zu weit?

Was passiert, wenn die Schrift zu eng aneinander klebt? Das Lesen wird schwieriger, da es schwerfällt, die Zeilen auseinanderzuhalten. Vor allem wenn einzelne Buchstaben eine ausschweifendere Ober- und Unterlänge haben, können sie sich ineinander verhaken. Das Ineinanderverweben kann natürlich auch kunstvoll genutzt werden, aber in einem Fließtext ist dies eher Fehl am Platz. Schließlich geht es nicht nur um Schönheit, sondern auch um Leserlichkeit und Informationsweitergabe.
Was passiert, wenn sie zu weit auseinander steht? Die einzelnen Zeilen sehen verloren aus. Es irritiert, wenn zwischen den Zeilen ein enormer Abstand herrscht, aber der Satz über die Zeile hinaus weitergeht.

 

Abstände zwischen den Absätzen und Überschriften

Wichtig ist es auch sinngemäße Absätze zu lassen. Ist der Text länger sollten Absätze eingefügt werden. Mache aber bloß keine Absätze, weil es sich so gehört. Sie sollten an Stellen gesetzt werden, an denen es auch Sinn macht, da zum Beispiel ein neuer Gedankengang oder ein neues Unterthema anfängt. Dabei sind die Überschriften und die Abstände zwischen Text und Überschrift zu beachten. Es sollte klar erkennbar sein, dass die Überschrift zum dazugehörigen Textblock gehört. Der Abstand zwischen Überschrift und zugehörigem Textblock muss demnach geringer sein, als zu dem vorigen Abschnitt.

Ich gebe hier in meinem Beitrag extra keine Angaben, da es eben diese vielen Faktoren zu beachten gilt und es auch je nach Layout anders wirkt. Probiere es aus und am besten findet man den passenden Abstand, indem man seinem Auge vertraut bzw. jemanden anderen Probe lesen lässt. Den perfekten Abstand gibt es also quasi nicht.

Herzliche Grüße,
Stefanie

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