Weißraum ist der Raum zum Atmen

Weißraum ist elementar…

Weißraum ist ein verwirrender Begriff, denn Weißraum ist nicht unbedingt weiß. Es ist ein Fachbegriff aus der Typografie und damit wird der unbedruckte Papieranteil bezeichnet. Er wird auch negativer Raum in anderen Bereichen genannt. Damit ist der freie Raum auf einer Seite oder zwischen den einzelnen Elementen gemeint. Es ist also der „ungenutzte Raum“. Auch auf Websites etc. ist Weißraum ein elementarer Bestandteil des Layouts. Wir brauchen Weißraum für die Anordnung der einzelnen Elemente. Wenn es keinen gibt, können wir uns schnell überfordert fühlen.

 

Weißraum kann für Verwirrung sorgen

 

Weißraum und Minimalismus passen gut zusammen

Die Minimalistin in mir jubelt bei dem Gedanken an Weißraum. Ähnlich wie mit wenig Gepäck zu reisen, kann auch Weißraum befreiend sein. Allerdings muss die Minimalistin in mir sich manchmal mit der anderen Hälfte streiten, die alles für alle Eventualitäten mitnehmen möchte. Weißraum bedeutet einen Fokus zu setzen und das Auge des Betrachters auf die wesentlichen Elemente zu lenken. Was ist das Ziel? Worauf soll der Fokus liegen? Es heißt: Aussortieren, entfernen und auf die wichtigsten Elemente reduzieren. Ganz nach dem Motto: Oft ist weniger mehr. Und dann müssen die übrig gebliebenen Elemente noch richtig angeordnet werden, sodass genug Weißraum bleibt.

 

 

Weißraum ist Raum zum Atmen

Es kann einem schwer fallen, genügend Weißraum zu lassen. Viele neigen dazu alles von links nach rechts und von oben bis unten mit irgendwelchen Elementen zu füllen. Es erinnert mich an Präsentationsfolien in der Uni: Kleine Schrift und Wörter dicht an dicht, die Folie war voll, der Raum ausgenutzt und kein Platz mehr frei. Alle Informationen waren zwar drauf, aber sie waren nicht übersichtlich. Keiner konnte folgen, geschweige denn lesen, was auf der Folie stand. Genau das kann auch mit Flyern oder Websites passieren, wenn sie mit allem Möglichen zu gekleistert werden. Die wichtigen Informationen gehen verloren, denn die einzelnen Informationen müssen Raum zum Atmen haben. Oft wirken Flyer oder Websites mit genügend Weißraum auch ansprechender auf uns. Hast du vielleicht ein paar Flyer zu Hause? Dann schaue sie dir mal genauer an. Haben sie genügend Weißraum? Und welche findest du am ansprechendsten?

 

 

Bekanntes Beispiel zum Thema Weißraum

Ein bekanntes Beispiel ist Apple. Apple setzt auf Weißraum. Zum Beispiel die Präsentation eines Apple-Produktes wie das neue iPhone auf der Website besteht aus wenig Text, einem Bild und Weißraum. Mittig präsentiert und nicht die ganze Seitenbreite füllend wird das Bild des iPhones in den Fokus gestellt. Der Text besteht aus der Bezeichnung, einem Slogan, einem Buy-Button und einem Button mit dem Hinweis „mehr erfahren“. Mehr ist nicht nötig. Erst wenn man runter scrollt oder auf einen der Button klickt, bekommt man mehr Informationen. Aber auch diese sind genau ausgesucht und mit genügend Weißraum angeordnet.

 

 

Die gute Nachricht: Auf Weißraum zu achten, kann gelernt werden.
Also viel Spaß dir beim Beachten von Weißraum.

Herzliche Grüße,
Stefanie

© 2022 Stefanie Jahn