Stefanie Jahn

Schreiben & Gestalten mit Empathie

Moderne Handschrift-Schriftarten: Ja oder nein?

Quelle: pixabay, Herbanu Tri Sasongko

Hej!
Zu viele Schriftarten verfügbar? Die Qual der Wahl? Bei Schriftarten können wir bestimmte Trends beobachten. Momentan habe ich das Gefühl, dass alle zu den Handschriften greifen wollen. Wir mögen irgendwie diese schnörkeligen, wie von Hand geschriebenen Schriftarten. Auch ich mag sie. Doch oft sehe ich im Internet viele unleserliche Schriften. Auch in Instagram werden Schnörkel- oder Handschriften häufig benutzt. Sie wirken nahbar. Sie sind nicht so clean wie zum Beispiel Sans-Serif-Schriftarten. Sie können elegant wie aus einer Kalligrafiefeder über den Bildschirm gleiten. Sie können in coolen Druckbuchstaben der Seite einen persönlichen Ausdruck verleihen. Warum ich aber nicht unbedingt dafür bin, sie überall und jederzeit einzusetzen und wo sie passen, kannst du in diesem Blogartikel lesen. (Ich werde sie in diesem Blogartikel einfach mit dem Wort Handschriftarten benennen, darunter fasse ich nach Kalligrafie aussehende Schriften, Schreibschrift, Druckschrift, Blockschrift, Handwriting etc. zusammen. Klingt vielleicht für den ein oder die andere lustig, aber ich möchte niedrigschwellig in meinem Blog, möglichst ohne Fachjargon schreiben und Handschriftarten tippt sich schön leicht. ;))

 

Dein Content sollte für andere lesbar sein

Handschriftarten sind nicht unbedingt leserlich. Mich erinnern sie an die Zeit im Krankenhaus, als ich von Kolleg:innen gefragt wurde oder selbst Kolleg:innen fragen musste, was denn nun der Arzt / die Ärztin für ein Medikament angesetzt hatte. Ja, total Klischee, aber wahr. Ärzt:innen sind nicht unbedingt für ihre leserliche Schrift bekannt. Und so geht es mir manchmal auch mit Handschriftarten im Internet. Doch im Gegensatz zur Situation im Krankenhaus, wo ich unbedingt wissen musste, was dort stand, lasse ich meinen Daumen über den Smartphonebildschirm gleiten und lese mir einfach einen leserlich ansprechenderen Post durch. Durch die schwere Lesbarkeit kannst du also Interessierte abschrecken. Es kann natürlich sein, dass die/der ein oder andere gerade wegen der Schriftart hängen bleibt, weil er/sie gerne austüftelt, was da steht. Doch ich würde gerade für längere Texte zu einer klaren, leserlichen Schriftart raten, um nicht damit pokern zu müssen. Dein Content soll ja ankommen und nicht die Schriftart, oder?

 

Passend zum Content

Es gibt auch Handschriftarten, die gut leserlich sind und super zum Content passen. Wenn deine Zielgruppe sich von verspielter oder elegant geschwungener Handschrift angezogen fühlt, weil sie sich damit identifizieren kann, dann setze Handschriftarten ein. Doch pass auf, dass die Schriftart zu deinem Content passt und du ihm nicht einfach ein Gewand überstülpst. Es wird die Leser:innen verwirren. Als Beispiel eine Frage an dich: Würdest du dein Geld eher einer Bank anvertrauen, die auf ihrer Website eine verspielte, schnörkelige Schrift oder eine klare, solide wirkenden Schrift benutzt? Wahrscheinlicher ist wohl, dass wir uns an die Bank mit der schlichten Schrift wenden werden. In anderen Branchen wiederum kann es anders aussehen: Wie zum Beispiel beim Kauf von Pralinen greifen wir doch eher zu einer schönen Verpackung mit der eleganten Handschrift.

 

Manche Schriftarten feiern ein Comeback

Schriftarten wie Comic Sans feiern scheinbar ein Comeback. Hast du das auch schon bemerkt? Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn Comic-Schriftarten wie Comic Sans erwecken nicht unbedingt einen seriösen Eindruck, außer sie passen zum Content. Der Grund ist, dass solche Schriftarten wie Comic Sans sehr verspielt wirken. Außerdem polarisiert Comic Sans als Schriftart seit jeher. Aber vielleicht weckst du aber auch mit dem Einsatz von Comic Sans das Herz eines Nostalgikers oder ein Kind der 90er.

 

Wo sind Handschriftarten einsetzbar?

Du kannst Handschriftarten integrieren. Ich würde dir raten, sie nur häppchenweise zu servieren. Ein dezenter Einsatz ist meiner Ansicht nach sinnvoller, da es auch schnell zu viel werden kann. Weniger ist oft mehr. Geschwungene oder gekritzelte Handschriftarten brauchen oft viel Raum und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. So kannst du sie super einsetzen: Wie zum Beispiel zum Hervorheben (Highlight) einzelner Wörter, als deine persönliche Unterschrift unter Blogartikeln oder Newslettern, für kurze Zitate, als Überschrift (aber nur wenn sie leserlich genug ist), oder auch wenn du genau das andere hervorheben möchtest.

Hat dir dieser Blogbeitrag gefallen? Es werden noch weitere Artikel zu Schriftarten kommen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Einsetzen von Handschriftarten.

Herzliche Grüße,
Stefanie

© 2022 Stefanie Jahn